Kaizen beim Hangout – meine erste Erfahrung und die Lehren daraus

Alle die mich kennen wissen, ich bin kein Fan von Google+. War kein Fan von Google+. Dies hat sich im Laufe der Zeit verändert. Ich tue mich zwar heute noch schwer, auf diese Plattform zu posten und zu interagieren. Obwohl ich da immer wieder auf spannende Beiträge stossen.

Und doch, nach einer Hangout Schulung bei Google fand ich, dass Google Hangouts vielleicht die Art und Weise der Kommunikation von Unternehmen gegenüber Ihren Kundinnen und Kunden verändern könnte. Der Anspruch auf einen Dialog mit Personen eines Unternehmens habe ich in meinem Blog ja immer wieder erläutert. Mit Google+ bietet sich nun die Chance, die Personen nicht nur per Portrait zu präsentieren, sondern auch erlebbar zu machen. Das Unternehmen gewinnt virtuell an „Leben“, denn Menschen sprechen gerne mit Menschen, nicht mit Unternehmen.

Mit der Unterstützung vieler Beteiligter im Unternehmen konnten wir diese Woche den ersten Hangout oder besser „Swisscanto Experten Chat“ lancieren. Hier meine eigene Kritik, die Learnings, Empfehlungen und was daraus in Zukunft werden könnte:

Licht, Licht, Licht. Denkt daran, es wird schnell dunkel im Herbst. Wir haben unseren Expertenchat oft getestet. Aber immer am heiterhellen Tag. Im live Chat wurden wir dann vom Einnachten etwas überrascht. So zeigt sich im Bild, dass die Dunkelheit, gepaart mit den Webcams kein gutes Bild ergibt.

Was haben wir gelernt: Test immer in der richtigen Umgebung machen, zur gleichen Zeit. Erst so kann das richtige Licht eingestellt werden.

Ton, Ton, Ton. Ja, das Echo und Rauschen im Video ist unschön. Wir haben den Chat zusammen im gleichen Raum durchgeführt. Bei den Tests ist das Echo nicht so stark aufgefallen, wie in der Liveübertragung.

Was haben wir gelernt: Bessere Mikrofone einsetzen, räumliche Trennung der Teilnehmer und Doppelcheck der Audio-/Mikrofoneinstellungen auf den Laptops und in Google Hangouts Einstellungen.

Bild, Bild, Bild. Ich habe einen runden Kopf. Aber wenn ich vor der kleinen Kamera sitze, die dann noch von unten nach oben filmt, dann sehe ich aus wie ein M&M. Auch dem Bildausschnitt soll mehr Achtung geschenkt werden.

Was haben wir gelernt: Einsatz einer „richtigen“ Webcam, die auf einem Tripod steht. Lasst Euch Zeit bei der Ausschnittwahl. Wir wollen ja alle gut aussehen, denn wir sind eitel…

Inhalt, Inhalt, Inhalt.  Nur deswegen schaut jemand zu. Ein Thema soll möglichst interessant und relevant transportiert werden. Geschichten erzählen lohnt sich, Bilder brennen sich ins Gedächtnis. Fachjargon, auch in einem Experten Chat, sollte vermieden werden. Nicht alle Interessenten gehören nämlich zur jeweiligen Fach-Community.

Was haben wir gelernt: Auch wenn in den Tests alles tadellos geklappt hat, das Screensharing, die Kameramann App und damit die Kamerawechsel, live kann dies plötzlich nicht mehr der Fall sein. Darum, immer jemanden mit dem Check auf dem Livestream beauftragen, der in geeigneter Weise mitteilen kann, wenn live ein anderes Bild gezeigt wird, als man am Regiepult denkt. Ich denke, sich kurz halten, einfache, bildliche Sprache und Fachausdrücke wo möglich nicht brauchen oder dann erläutern hilft dem Zuschauer. Auch ist es schlecht, wenn jemand über Charts, Slides und Grafiken spricht, die niemand sieht. Dies ist im Livechat passiert und wir haben’s nicht bemerkt. Wir haben dann bei der Bearbeitung des Videos die Charts nachträglich eingefügt.

Sicher gibt es noch viele weitere Punkte, die zu korrigieren sind. Wir arbeiten auf den nächsten Expertenchat sicherlich an den hier aufgeführten Punkten weiter und sind so überzeugt, ein noch besseres Zuschauererlebnis zu kreieren und damit auch die Interaktion zu verbessern. Alles im Sinne von Kaizen.

 
Wohin geht wohl die Reise?

Einmal ist keinmal. Social Media ist oft „work in progress“. Somit werden wir laufend Anpassungen anbringen. Konzeptionell denke ich persönlich, dass die Experten Chats wohl weniger Monologe mit anschliessenden Fragen sein werden, sondern geführte Gespräche mit einer Moderation. Optimal wäre ein neutraler Interviewer, aber ich kann mir auch vorstellen, dass diese Rolle vom Unternehmen selber wahrgenommen werden wird. Dies umso mehr, als auch eingehende Fragen von Zuschauern/Usern sofort eingespielt werden können.

Nach anfänglichen Vorbehalten zu Google+ und einigen technischen Problemen beim Aufsetzen des firmeneigenen YouTube-Kanals und der Google+ Seite bin ich von der Plattform schon recht überzeugt. Wir werden sehen, wie sich dies weiter entwickelt. Darüber habe ich noch nicht das letzte Wort geschrieben.

Wann beginnt Ihr mit Google+ und Hangouts? Welches sind Eure Erfahrungen und vor allem welche Tipps und Tricks habt Ihr weiterzugeben?

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2 Kommentare zu Kaizen beim Hangout – meine erste Erfahrung und die Lehren daraus

  1. Ich finde es super, dass ihr gestartet seid! Und auch wir sind mit #somexonair in einem stetigen Lernprozess.

    Während dem Hangout einen Community Manager dabei zu haben lohnt sich: Wie von dir angesprochen kann die Person den Livestream im Auge behalten, aber auch weitere Fragen entgegennehmen und live twittern was diskutiert wird.

    Wegen dem Screen Sharing: Wenn man einzelne Bilder hat, dann eignet sich dazu auch der Custom Overlay.

  2. SwissRoman sagt:

    Ciao Christoph, das mit dem Overlay muss ich mal anschauen. Ich freu mich, denn wir kriegen einiges an neuer Technik für nächstes Mal.

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