Ist die Vermittlung von Medienkompetenz auch eine Aufgabe für Unternehmen?

Als verfechter von Social Media Guidelines für Unternehmen, diskutiere ich immer wieder mit verschiedenen Personen über Sinn und Unsinn solcher Regeln. Und je öfter ich dies diskutiere, je stärker wird meine Überzeugung, dass Social Media Guidelines von Unternehmen zwingend erarbeitet werden sollen. Warum?

Weil sich täglich mehr Mitarbeitende auf sozialen Netzwerken bewegen. Wichtig ist hier übrigens, dass wir Social Media nicht mit Facebook gleichsetzen, was leider noch immer oft der Fall ist. Nein, „social“ sind auch Businessnetzwerke wie LinkedIn oder Xing, aber auch  Bewertungsplattform für Arbeitgeber wie Kununu. Dazu kommen die endlosen Möglichkeiten immer und überall Kommentare zu Presseartikeln, Blogpost oder Produkten abzugeben.

Überall finden sich somit Fallen, in die man auf Grund einer unbedachten Äusserung als Privatperson tappen kann. Und da wir uns eben nicht mehr isoliert als Privatpersonen im Internet bewegen, können solche Äusserungen schnell auch auf das Unternehmen zurückfallen, in dem jemand arbeitet.

Natürlich lassen sich mit Social Media Guidelines nicht alle Probleme des Mitmach-Web lösen. Aber die eigene Erfahrung anlässlich von verschiedensten Schulungen zeigt, dass die Mitarbeitenden sehr am Thema interessiert sind und sich auch sehr gerne darüber austauschen.

Dieses Momentum könnte man als Unternehmen nutzen, noch intensiver die Medienkompetenz der Mitarbeitenenden zu stärken. Denn meiner Meinung nach greift die aktuelle Diskussion in den Medien viel zu kurz, wenn hier gefordert wird, dass die Schulen den Jugendlichen „Medienkompetenz“ beibringen sollen. Der Umgang mit den neuen Medien soll nicht nur in den Schulen für die Jugendlichen gefordert werden, denn gefordert sind in Zukunft alle, auch die Unternehmen und ihre Mitarbeitenden.

Sollte die Vermittlung von Medienkompetenz in Unternehmen heute einher gehen mit der Schulung von Social Media Guidelines? Ist dies überhaupt ein „Auftrag“ für ein Unternehmen? Bin gespannt was Ihr dazu meint.

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3 Kommentare zu Ist die Vermittlung von Medienkompetenz auch eine Aufgabe für Unternehmen?

  1. super input, stme dir voll zu. denke auch, dass es da viel nachholbedarf hat und unternehmen hier, ihre verantwortung wahrnehmen sollten.

  2. Roman Steinacher sagt:

    Lieber Roman sagt Roman. Interessantes Thema, durchaus. Man könnte deinen Standpunkt ja auch von einer anderen Seite betrachten. Möchte ich als Mitarbeiter überhaupt in einem Unternehmen tätig sein, welches mir vorschreibt, was und wie ich in meinen Social-Media-Plattformen kommuniziere? Kleidervorschriften können durchaus angebracht sein (auch wegen dem schlechten Geschmack). Wichtig erachte ich, dass man sich sehr wohl Gedanken macht, was und wie man auch hier kommuniziert. Es ist doch schlussendlich wie mit vielen Benimm-Regeln bzw. mit dem Anstand dahinter (und wie Bligg schon sehr schön besungen hat): Mer hät en oder nöd! Der gute alte Anstand bzw. gesunde Menschenverstand. Ich appelliere an dieser Stelle gerne an diesen.

    Und eigentlich ist dieses Thema nicht neu. Haben wir vor vielen Jahren schon gelernt, dass auch Mitarbeiter, welche in einem Firmen-Shirt rumlaufen, einen beschriften Firmen-Wagen fahren (Arbeitszeit oder Freizeit) dem Ruf einer Firma schaden können?

  3. swissroman sagt:

    Danke Roman, sagt Roman! Das mit den Firmen T-Shirts und Firmenwagen werde ich, wenn Du erlaubst, in einem Referat wieder brauchen. Super, denn es war in der Tat schon früher so, dass man sich als Angestellter benehmen sollte, vor allem, wenn man angeschrieben war.

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