Kommentieren geht nicht ohne Studieren

In einem letzten Blogpost beschreibe ich die Einsamkeit eines Bloggers ohne Kommentare. Die verschiedenen Rückmeldungen darauf bringen mich sodann gleich zu einer neuen Diskussion: Ich glaube, je anspruchsvoller das Thema, je spezialisierter der Blog oder das Gefäss, desto weniger Kommentare werden generiert. Meine Thesen, warum dem so ist:

 

  1. Man kann mich als Person bloss stellen: Sobald man eine Meinung hat und kund tut, kann man angegriffen werden.
  2. Halbwissen reicht oft nicht: Wenn ich von einem konkreten Thema nicht viel Ahnung habe, lasse ich einen Kommentar aus, auch wenn’s mich in den Fingern juckt.
  3. Es ist aufwändig: Einen fundierten Kommentar zu einem Thema zu verfassen, kann sehr aufwändig sein. Aus diesem Grund muss einem schon richtig etwas am Thema liegen, bevor man viel Zeit in die Antwort investiert. Zeit, die ja bekanntlich nicht im Überfluss vorhanden ist.
  4. Es sieht ja niemand: Da viele Leute, die sich in Social Media bewegen, oft eine narzisstische Ader haben, möchte man natürlich ein möglichst grosses Publikum haben, wenn man einen Kommentar abgibt. Da spezialisierte Blogs oder Social Media Seiten auch ein spezialisiertes (und damit begrenztes) Publikum aufweisen, lohnt sich der  Aufwand eines Kommentars für viele nicht.

 

Für mich wäre es auf alle Fälle viel einfacher, mal bei Blick oder auf 20 Minuten unter einen beliebigen Artikel einen Kommentar abzugeben, der nicht fundiert und wohl überlegt sein muss. Dies scheint bei einigen Plattformen nicht Voraussetzung zu sein, wenn man liest, was da so geschrieben wird. Dagegen ist die „Eintrittshürde“ bei einigen Blogs, die ich gerne lese oder auf spezialisierten Internetseiten viel höher, weshalb hier meines Erachtens auch weniger kommentiert wird.

 

Wo kommentiert Ihr und warum?

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14 Kommentare zu Kommentieren geht nicht ohne Studieren

  1. swissroman sagt:

    Leider scheint es heute Probleme mit dem Kommentieren zu geben (so spielt das Leben manchmal). Hoffe konnte das Problem nun lösen. Gruss Roman

  2. cosima1973 sagt:

    Ich habe bei dem von dir erwähnten Blog einige Male kommentieren wollen und kriegte immer die Meldung, das sei nicht möglich. Mal sehen, ob nun dieser Kommentar durchgeht.

    Ich kommentiere grundsätzlich dann, wenn ich etwas zu sagen habe zu dem Thema, das ich lese, wenn es mich in irgendeiner Weise anspricht und mir der Blog als Ganzes sympathisch ist, die Person dahinter mich irgendwie anspricht durch die Zeilen, die ich lese.

    Natürlich kommt auch noch die Zeit dazu, die vorhanden sein muss. Wenn Blogs zu komplex und lange sind, lese ich ab und an nicht ganz genau und es kann sein, dass ich dann nur auf Teilaspekte eingehe beim Kommentieren (was auch sonst vorkommen kann, da ich sehr aus dem Bauch heraus blogge und auch auf Blogthemen eingehe). Das macht angreifbar, das lässt Argumentationslücken zu. Ich stehe aber immer zu dem, was ich schreibe, gestehe auch ein, wenn ich mal falsch gedacht, falsch interpretiert oder einfach nur übers Ziel hinausgeschossen bin. Ich versuche aber so oder so, nicht verletzend oder abwertend zu schreiben. Einen Verriss wird man von mir wohl nie lesen, eine andere Meinung aber sicher.

    • swissroman sagt:

      Danke Cosima, wow die Anti Spam Bee war so stark, dass sie Dich nicht „durch“ liess. Sie ist jetzt halt wieder ausgestellt. Schon klappt’s. Danke auf alle Fälle für’s Dranbleiben.
      Roman

  3. reginapaesch sagt:

    Hallo Roman! Hier ist Regina aus Thüringen. Auch ich hatte Probleme Ihre letzten Beiträge zu kommentieren, dachte es liegt an meinen mangelnden technischen Kenntnissen, dass ich nicht zu Ihrem Blog durchgedrungen bin. Ich lese Ihre Beiträge immer mit großem Interesse und nehme Ihre Tipps gern an, was sie daran sehen, dass ich zum „Sie“ übergegangen bin, weil es mir so lieber ist (sie haben in einem Beitrag darüber nachgedacht).
    Danke, dass Sie uns „ins Gewissen geredet“ haben. Ich habe das mit dem „Nichtkommentieren“ noch nie aus der Perspektive derer gesehen, die wirklich gute Beiträge schreiben.
    Sie haben schon Recht, es gehört sich nicht, einfach zu gehen und nicht einmal ein Trinkgeld zu hinterlassen.
    Zuletzt vielen Dank dafür, dass Sie immer mit „Gutem Beispiel“ voran gehen.
    Viele Grüße !

    • swissroman sagt:

      Liebe Regina, herzlichen Dank, dass Sie dran geblieben sind. Mir tut es leid für alle, die versucht haben, meinen Blog zu kommentieren und dann an der Technik gescheitert sind. Ich wollte mir was Gutes tun und hab einen Spam-Filter installiert. Die Folge war, dass ich keine Spam-Kommentare mehr erhalten habe, dafür auch die „aufrichtigen“ und interessierten Leser nicht mehr kommentieren konnten. So lösche ich nun lieber täglich einige Spams, als mich von Ihren wertvollen Kommentaren abzuschotten.
      Liebe Grüsse und weiterhin viel Spass beim Abenteuer „Social Media“.

  4. Lieber Roman, Du hast ja so recht. Ich glaube, die Unlust an Kommentaren liegt zusätzlich noch an der mangelnden Zeit, sich ausführlich mit einem Thema zu beschäftigen.
    Gerade bei langen Blogbeiträge fliegt man mehr drüber, als dass man intensiv liest und da fällt es auch schwerer, mit einem Kommentar auf etwas konkretes einzugehen. Bei mir ist es jedenfalls so. Ich kommentiere also oft dann, wenn ich den Inhalt schnell erfassen kann und wenn es Aussagen gibt, die es sich zu kommentieren lohnt. Viele Blogger scheuen sich ja auch vor einer eigenen Meinung, weil sie eben dann angreifbar werden.

    Wenn meine Texte mal etwas länger werden (und das ist oft so 😉 ), versuche ich auch immer zu strukturieren und Bilder als Eyecatcher einzusetzen – wichtige Inhalte oder Abschnitte so zu formatieren, dass sie im Auge hängen bleiben, usw. Natürlich hilft es auch, aktuelle Themen anzusprechen, bei denen sowieso viele was zu sagen haben.

    Beste Grüße aus Dresden
    Jan

  5. swissroman sagt:

    Ciao Jan, danke Dir für die kurz und bündigen Tipps, wie ein Blogpost aufgebaut werden kann/soll. Da Du Dir dazu wohl schon viele Gedanken gemacht hast, könnte Dich dies interessieren: http://www.blogwerk.com/downloads/whitepaper/

    Mein Problem beim Kommentieren ist oft auch, dass ich B logs „mobil“ lese. Da dann jeweils einen Kommentar abzugeben, mit einem Touchscreen-Handy, ist meist nicht einfach. Und was dann passiert, wissen wir ja, man lässt’s dann halt bleiben – leider.
    Schöne Grüsse zurück aus dem „bald“ verschneiten Zürich,
    Roman

  6. Danke für den Link-Tipp, Roman. Hab doch gleich mal ein paar davon angefragt 🙂

    • swissroman sagt:

      Die sind wirklich gut, die White-Paper vom Blogwerk. Vieles weiss man, aber vieles ist auch einfach neu und daher eine Überlegung wert. Viel Spass beim Lesen.

  7. Pingback: Employer Branding mit Mitarbeiterblogs

  8. Ach ja, die Sache mit den Kommentaren.. Schöner Artikel, der mir so gut gefällt, dass ich ihn prompt verlinkt habe 🙂
    Und was die Kommentare angeht: Klar, muss einen das Thema interessieren. Aber dann muss halt auch noch Zeit sein, um was halbwegs Gehaltvolles zu hinterlassen. Und manchmal ist sie vorhanden, manchmal nicht… So wie jetzt. Also, beste Grüße in die Schweiz!

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