Bitte nicht Twittern, wir wollen die Botschaft selber verbreiten.

Stellen Sie sich vor Sie sind Journalist oder Journalistin und treffen gerade an einer Pressekonferenz ein. Der Kommunikationschef der Firma die einlädt empfängt Sie und sagt: „Wir bitten Sie, die Informationen, die Sie hier erfahren, nicht live über Twitter oder Ihren Blog zu verbreiten. Wir wollen im Anschluss an die Konferenz unser Communiqué noch verbreiten…“

Was denken Sie, was passiert? Sogleich werden doch die verantwortungsvollen und fleissigen Journalisten genau dies vertwittern oder verbloggen. Und womit? Mit Recht!

Denn heute müssen sich Firmen (aber auch Private) der Realität stellen. Diese ist nun mal so, dass Social Media überall und immer präsent ist. Vor allem lebt Social Media genau von dieser zeitnahen Berichterstattung. So soll sich jeder „Sender“ einer Botschaft, auch wenn diese mündlich weitergegeben wird bewusst sein, dass das gesprochene Wort sogleich über den Äther fliesst.

Hier ein spassiges und natürlich übertriebenes Beispiel, wie dies in Realität aussehen kann: Got to share.

Sollen Informationen nicht veröffentlicht werden, müssen andere Wege als Pressekonferenzen oder Produktpräsentationen gefunden werden, denn da sitzen die Leute mit geladenen Batterien im Publikum, damit auch das letzte Wort, der letzte Slide und das letzte Bild an die Leser gesendet werden kann.

Will man dies nicht, sollte man sich vorgängig überlegen, ob man die Information nicht selbständig über die angestammten Kanäle verbreiten will und so den Primeur in eigenen Händen hält.

Es muss jedoch auch heute noch möglich sein, vertrauliche Informationen einem kleineren Kreis von Personen zugänglich zu machen, ohne gleich zu riskieren, dass diese Informationen im Netz landen. Genau so wie dies  bei journalistischen Hintergrundgesprächen schon immer der Fall war. Dazu müssen die Kommunikationsabteilungen der Firmen weiterhin kräftig an einem vertrauensvollen Verhältnis zu den Journalisten, aber auch zu Kunden oder Zulieferer arbeiten.

Es lohnt sich somit immer im vornherein darüber nachzudenken, welche Informationen öffentlich sind und wie man mit diesen umgeht. Für Firmen bietet sich dazu eine klar formulierte Social Media Richtlinie an, die allen internen Stellen klar macht, welche Informationen öffentlich gemacht werden können und welche nicht und wer darüber im Zweifelsfall entscheidet.

Im Kontakt mit externen Partnern ist dies schwieriger, doch wenn ein Vertrauensverhältnis besteht, wird man auch hier einen Weg finden, dass nicht alles, was man mit seinen Partnern bespricht, den Weg in die Öffentlichkeit findet, wenn dies nicht gewünscht ist. Davon bin ich überzeugt!

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